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Diskussionsrunde: Auf dem Weg zu Europas wichtigstem Drehkreuz

Kommunikationschef des Frankfurter Flughafens über die Vorzüge eines Hubs

Skål International lud Anfang September  ins Intercity Hotel Frankfurt Airport zu einer Podiumsdiskussion ein. Das Thema: Frankfurt Airport auf dem Weg zu Europas wichtigstem Drehkreuz. Auf dem Podium saßen Heike Birlenbach von der Lufthansa (LH), Jürgen Harrer von der FRAPORT AG (Frankfurt Airport Service Worldwide), Michael Hoppe von der BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) sowie Hans-Ingo Biehl vom VDR (Verband Deutsches Reisemanagement e.V. mit VDR Service GmbH). Es moderierte Luftfahrtexperte Axel Raab, früherer Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Flugsicherung (DFS). Organisiert und unterstützt wurde die gut besuchte Diskussionsrunde vom Vorstand des Skål-Clubs Frankfurt und Skål-Freund Anton Wüstefeld, GM des Intercity-Hotels. 

Als Kommunikationschef des Frankfurter Flughafens erläuterte Jürgen Harrer die Vorzüge eines Hubs, sogenannter Knotenpunkte des Luftverkehrs, weil sich ein Punkt-zu-Punkt-Verkehr (Direktverbindung) beispielsweise infolge eines zu geringen Passagieraufkommens nicht als lohnend erwiesen hat. „Nach London Heathrow und Paris-Charles de Gaulle ist der Frankfurter Flughafen der drittgrößte Hub in Europa“, so Harrer. 2016 sind über 60 Millionen Fluggäste in Frankfurt gestartet und gelandet. Davon stiegen mehr als die Hälfte um. Außerdem wurden zwei Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen. 

Podiumsrunde: (v.l.n.r.) Michael Hoppe, BARIG, 
Moderator Axel Raab, Heike Birlenbach, LH, Heribert 
Becker, Skal International Frankfurt, Hans-Ingo Biehl, 
VDR, und Jürgen Harrer, FRAPORT. 

Kaum ein anderes Drehkreuz in Europa kann eine derartige Leistung aufweisen. Insgesamt 300 Ziele in etwa 100 Ländern sichern von Frankfurt aus Deutschlands Anbindung an die Welt. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass der bisher geplante Ansatz "one size fits all" beim Betrieb von Hub-Flughäfen der aktuell zunehmenden Angebotsvielfalt mit unterschiedlichen Service- und Qualitätsbedürfnissen der verschiedenen Fluggesellschaften weichen müsse. Eine entsprechend differenzierte Preisgestaltung könnte sich durch diese arbeitsteilige "Win-Win-Situation" auf die Hub-Flughäfen und ihr bisher kostenintensives (Premium)Infrastrukturprodukt auswirken.

"Viele Themen kann man nur gemeinschaftlich angehen, immer im Sinne des Kunden“, sagte Heike Birlenbach, Chief Commercial Officer der LH. Sie zeichnet verantwortlich für alle kommerziellen Belange der Hub-Operation am Standort und für den gesamten Vertrieb der LH Group Airlines LH, OS und LX weltweit mit rund 1.800 Mitarbeitern. "Wir müssen unseren Fokus auf die Qualität des Angebots legen, um hocheffizient arbeiten und ein operativ stabiles Drehkreuz bedienen zu können. Das gilt auch für Umsteige- und Wartezeiten, Security und Passkontrollen, Pünktlichkeit, Infrastruktureinrichtungen und vieles mehr. Im Rahmen unseres Multi-Hub-Systems, haben wir bereits damit begonnen, alle Prozesse wesentlich flexibler auszurichten sowie unseren Flugplan entsprechend anzupassen. So wurden etwa Flüge in den Abendstunden vorverlegt, im Hinblick auf die Restriktionen des Nachtflugverbots. Für unser Netzwerksystem und um dem Anspruch als Premiumcarrier am Standort Frankfurt gerecht zu werden, ist eine stabile Performance von überragender Bedeutung."

"Für den Geschäftsreisenden hat die hohe Frequenz an Verbindungen und die zuverlässige Durchführung der "Operations" höchste Priorität“, betonte Hans-Ingo Biehl, Hauptgeschäftsführer des VDR. „Das gilt für "point-to-point“, wie auch für Umsteigeverbindungen." Seiner Einschätzung nach wird eine innerdeutsche Alternative zum Flug auch aus ökologischen Gründen an Bedeutung zunehmen. Für die Bahn würden dann die gleichen Qualitätsansprüche gelten. 

"Investitionen sollten hier äußerst zweckgebunden angewandt werden, zumal auch der Lärmschutz seit 2012 ein Riesenthema ist", so Michael Hoppe, Chairman und Secretary General der BARIG. "In diesem Zusammenhang wird die Stationierung der entsprechenden Flugzeug-Flotte des Multi-Hub-Systems München, Zürich, Wien und Frankfurt zwecks effizienter Auslastung unterschiedlicher Flugzeugtypen und -größen mit gleichbleibender Lärmklassifizierung in Betracht gezogen, um den in- und ausländischen Partnern der BARIG, als weltweit größter internationaler Airline-Verband, auch im Hub-Bereich eine attraktive Plattform anzubieten." 

Lebhaft diskutiert wurde der ständige Ausbau des Flughafens Frankfurt auch in Zeiten geopolitischer Krisen, die zur Änderung von Verkehrsströmen führen können: etwa auf den Flächen der ehemaligen US-Militärbasis im Süden Frankfurts. Hier entsteht Europas modernstes Terminal 3. Vierzehn Millionen Reisende werden jedes Jahr hierher fliegen können. Von keinem anderen Ort der Welt können Reisende über 100 Länder der Welt so bequem erreichen. Als Deutschlands "Tor der Welt" setzt der Frankfurter Flughafen neue zukunftsorientierte Maßstäbe für ein wichtiges Drehkreuz im internationalen Flugverkehr. 

Weitere Informationen: Skål International Deutschland, www.skal-deutschland.de und weltweit www.skal.org. Zum Baufortschritt von Terminal 3 www.frankfurt-airport.com.

Foto: Iris Schmid / Text: Iris G. Schmidt / Susanne Heiss